Oct
27
2008
0

Radio Graz Stadtreporter Interview

Der Stadtreporter von Radio Graz hat mich auf der TU Graz besucht und über unseren Election Monitor 2008 interviewt. Den Podcast dazu gibt es hier.

MP3 Version des Podcasts: 081027-1530wav

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Oct
15
2008
0

WOCHE (Graz) vom 15.10.2008

Quelle. http://www.woche.at/graz/

PDFs von Titelseite (mit Appetizer) und Artikel:
die-woche-15102008-titel
die-woche-15102008-seite32

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May
14
2008
0

NASA präsentiert Wissensplaneten auf der JavaOne Konferenz

(San Francisco/Wien, 8. Mai 2008). Die jährlich stattfindende JavaOne ist das weltweit größte Zusammentreffen von Java-Entwicklern und bietet einen Einblick in die neuesten Technologietrends. Software-Entwickler der NASA demonstrierten auf der diesjährigen Konferenz in San Francisco, dass Geobrowser nicht nur für geographische Karten geeignet sind, sondern auch für die Darstellung alternativer Informationsräume. Tom Gaskins, Leiter des NASA World Wind Entwicklerteams, stellte den ersten Prototypen eines Web-basierten „Wissensplaneten“ vor. Das neuartige Java Applet visualisiert große Mengen von Dokumenten in Form dreidimensionaler Landschaften und wurde im Rahmen des österreichischen Forschungsprojekts IDIOM (www.idiom.at) entwickelt.

www.ecoresearch.net/climate

Projektleiter Prof. Arno Scharl vom Institut für Neue Medientechnologie der MODUL University Vienna erläutert, wie sich umfangreiche Archive von Dokumenten in Form von Wissensplaneten übersichtlich darstellen lassen: „Die errechnete Topographie des Planeten basiert auf der Analyse tausender Dokumente. Häufig vorkommende Themen werden dabei als Gebirgsmassive, weniger diskutierte Inhalte als Täler dargestellt. Die daraus resultierenden Landschaften können in der Folge auf Geobrowser wie NASA World Wind, Google Earth oder Microsoft Virtual Earth projiziert werden. World Wind ist als einzige dieser Plattformen unter einer Open Source Lizenz verfügbar und stellt ein Software Development Kit zur Integration in existierende Web-Anwendungen bereit.“
Das Java Applet zur Generierung des Wissensplaneten bedient sich des Nachrichtenarchives der „Media Watch on Climate Change“, ein frei zugängliches Internet-Portal zum Thema Klimawandel. Das Portal dient der Förderung von Umweltbewusstsein und der interaktiven Aufbereitung umweltrelevanter Informationen. Zu diesem Zweck filtert und visualisiert das vollautomatische System über 200.000 Dokumente in wöchentlichen Intervallen, vorwiegend von den Web Sites angloamerikanischer Medien.
Die Media Watch on Climate Change ist Bestandteil von IDIOM (Information Diffusion across Interactive Online Media), ein zweijähriges Forschungsprojekt im Rahmen der durch BMVIT und FFG geförderten Programmlinie FIT-IT Semantic Systems (www.fit-it.at). Das interdisziplinäre Forscherteam besteht aus Wissenschaftlern der MODUL University Vienna, der Wirtschaftsuniversität Wien sowie der Technischen Universität Graz, in Zusammenarbeit mit den drei Industriepartnern Gentics, Prisma Solutions und der Österreich-Werbung.

Media Watch: www.ecoresearch.net/climate
Wissensplanet: www.ecoresearch.net/climate/knowledge-planet
Presseinformation: www.modul.ac.at/nmt/javaone

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Feb
27
2008
0

oe1.ORF.at Netzkultur: US Election Monitor

Ritchie Pettauer über automatische PR-Analysen

Ein unmittelbares Spiegelbild der Erfolge von PR-Maßnahmen ist
die Medienberichterstattung: keine größere Firma, keine
Partei verzichtet freiwillig auf die laufende Auswertung der aktuellen
Berichterstattung. Rein quantitative Methoden greifen dabei zu kurz:
zwar mag in manchen Bereichen durchaus die umstrittene Maxime “Jede
Werbung ist gute Werbung” gelten, die Politikberichterstattung
allerdings hat in diesem Punkt ihre eigenen Gesetze.

Heerscharen von Imageberatern zimmern den passenden Kontext und
feilen an der Außenwahrnehmung der von ihnen betreuten
potenziellen Präsidenten.

Während Papierdokumente vergleichsweise mühsam zu erfassen
sind, lassen sich Trends im Netz quantitativ viel leichter fassen. Der
wohl bekannteste Service in diese Richtung, Google Trends, nutzt die
Suchanfragen der Benutzer, um die Liste der heißesten Begriffe zu
erstellen.

Andere Analyse-Instrumente gehen mangels derartiger Primärdaten
den umgekehrten Weg und setzen ähnliche Crawler ein wie
Suchmaschinenbetreiber. Diese analysieren eine bestimmte Anzahl von
Contentquellen – egal ob New York Times oder Blogs – und liefern
statistische Informationen über die Verbreitung der einzelnen
Keywords.

Wählt man die Grundgesamtheit dementsprechend aus – beispielsweise
deutschsprachige Fanseiten von Multiplayer-Computerspielen – lassen
sich Trends schon rein aus der quantitativen Analyse recht gut ablesen.

Ein Team der Modul University Vienna hat nun ein Analyse-Instrument ins
Netz gestellt, das sich auf die Berichterstattung über die
amerikanischen Wahlen konzentriert. Der “Election Monitor” wertet
zahlreiche Seiten aus, wie die zugehörige Webseite erklärt:
Der US Election 2008 Web Monitor bietet wöchentliche
Schnappschüsse der globalen Web-Berichterstattung. Contentquellen
sind internationale Medien aus den USA, Kanada, Großbritannien,
Australien und Neuseeland, Umweltschutzorganisationen, die “Fortune
1000” (die größten US-Firmen nach Umsatz) sowie 1.000
populäre Politik-Blogs. In Summe analysiert das System somit pro
Woche mehr als 800.000 Dokumente.

Das Script beschränkt sich dabei aber nicht auf bloßes
Abzählen – anhand eines entsprechend aufbereiteten
Wörterbuchs wird der Kontext einer Namensnennung eruiert – also ob
der Kandidat in positivem Zusammenhang erwähnt oder kritisiert
wurde. Beide Auswertungen, die quantitative und die “Sentiment”
getaufte Kontext-Analyse, werden in wöchentlichem Rhythmus
aktualisiert und auf der Homepage zur Verfügung gestellt.

Mittels einer intuitiv bedienbaren Applikation hat jeder Interessierte
die Möglichkeit, die aktuelle Entwicklung und die Media-Coverage
der einzelnen Kandidaten und der Kandidatin online genau zu verfolgen:
Zeitraum-, Kandidaten-, Medientyp- und Länderfilter
ermöglichen dem Hobby-Wahlforscher die Erstellung eigener
Diagramme. Wer’s genauer mag, wirft einen Blick auf das zugehörige
Mediawatch-Portal, das alle indizierten Artikel mit geographischen
Referenzdaten und einer Landkarte der Verlinkungen präsentiert.

Der US Election Monitor ist ein gelungenes Werkzeug, das zeigt, welches
Potential in der semantischen Auswertung riesiger Inhaltsmengen liegt.
Semantische Technologien in Verbindung mit quantitativen
Rechercheverfahren treten an die Stelle der fehlgehypten
“künstlichen Intelligenz” – und werden sich in naher Zukunft mit
Sicherheit nicht auf die Auswertung von Wahlkämpfen
beschränken.

Ritchie Pettauer ist selbstständiger Medienberater und Autor in Wien.

Links
Modul University Vienna
US Election Monitor
Google Trends
Youtube-Video zum Election Monitor
Ecoresearch Mediawatch

Link zum Artikel: oe1.orf.at

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Feb
07
2008
0

TU Graz News & Stories: US-Wahlen 2008

07.02.2008 – Technik & Gesellschaft

Link zum Artikel: portal.tugraz.at

US-Wahlen 2008: Web-Analyse erlaubt Rückschlüsse auf die Favoriten beim „Super Tuesday“

Wissenschafterinnen und Wissenschafter der TU Graz, MODUL University Vienna und WU Wien haben mit dem US Election 2008 Web Monitor ein Online Tool erstellt, das Prognosen zu aktuellen Trends in den US-Wahlen 2008 erlaubt. Einen Monat nach Beginn der US-Vorwahlen lag das Hauptaugenmerk auf dem „Super Tuesday“ am 5.
Februar. Der Web Monitor verfolgte die aktuelle Berichterstattung in mehr als 2.200 Online-Medien und kam zu folgenden Ergebnissen: Barack Obama überholt Hillary Clinton und steht nach der Vorwahl in South Carolina und der Unterstützungserklärung durch Senator Ted Kennedy erstmalig im Zentrum des Medieninteresses. Auch Senator McCain lässt seinen stärksten Mitkonkurrenten Mitt Romney hinter sich. Der möglicherweise vorentscheidende Wahltag in 24 US-Bundesstaaten dürfte sich – so die Analyse im Vorfeld – unter diesen vier Spitzenkandidaten entscheiden.

Tatsächlichhat der “Super Tuesday” weder der früheren First Lady noch dem Senator aus Illinois einen klaren Sieg beschert. Für den Republikaner John McCain hat der Wahltag die Vorentscheidung über die Spitzenkandidatur für das Weiße Haus gebracht.

Projektleiter Arno Scharl vom vom Institut für Neue Medientechnologie der MODUL University Vienna erläutert, wie sich aktuelle Trends im US Election 2008 Web Monitor abzeichnen: „Das System reflektiert den Verlauf der bisherigen Vorwahlen: Der überraschende Sieg von Barack Obama in Iowa, temporäre Erfolge von Mike Huckabee, das fulminante Comeback von Hillary Clinton in New Hampshire sowie das schwindende Medieninteresse an ausgeschiedenen Kandidaten lassen sich präzise verfolgen. Besonders interessant sind die jüngsten Ergebnisse. Nach dem Erfolg von Barack Obama in South Carolina und der Unterstützungserklärung von Ted Kennedy steht dieser erstmalig im Zentrum des Medieninteresses“.

Neben der Anzahl der Nennungen analysiert das System auch, ob positiv oder negativ über die Kandidaten berichtet wird. Es bietet den Benutzern die Möglichkeit zu detaillierten Recherchen, etwa um die inhaltlichen Positionierungen der Kandidaten zu vergleichen.

Überdies lohnt sich ein genauerer Blick auf die häufig kontroverse Darstellung in den unterschiedlichen Medientypen; beispielsweise der Vergleich zwischen den Meldungen von Tageszeitungen und der Berichterstattung in Weblogs, welche meist spontaner und
emotionaler argumentieren.

Das dreizehnköpfige Forscher-Team kann auf langjährige gemeinsame Projekterfahrung im Rahmen des übergeordneten Web-Wissensmanagement-Projektes IDIOM (Information Diffusion Across Interactive Online Media) zurückblicken. Im Rahmen von IDIOM arbeiten Wissenschafterinnen und Wissenschaftern der MODUL
University Vienna, der Wirtschaftsuniversität Wien und der Technischen Universität Graz mit den Industriepartnern Gentics, Prisma Solutions und der Österreich-Werbung zusammen.

Web Site: http://www.ecoresearch.net/election2008
Media Watch: http://www.ecoresearch.net/election2008/mediawatch
Bild-/Videomaterial: http://www.ecoresearch.net/election2008/download

Kontakt:

Dipl.-Ing. Hermann Stern
TU Graz, Institut für Wissensmanagement
E-Mail: hermann.stern@TUGraz.at
Tel: +43 (316) 873 9293

Prof. DDr. Arno Scharl
MODUL University Vienna, Institut für Neue Medientechnologie
E-Mail: scharl@modul.ac.at
Tel: +43 (1) 3203555 412

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Feb
04
2008
0

futurezone.orf.at: US Wahl 2008

Link zum Artikel: www.orf.at

Internet: Obama knapp vor Clinton
Barack Obama und Hillary Clinton liefern einander ein Kopf-an-Kopf-Rennen – auch um die Spendengelder der IT-Industrie und die Stimmen ihrer Anhänger im Internet. Stanford-Professor David Dill hält die weltweite Internet-Abstimmung der Demokraten am “Super Tuesday” für ein “gefährliches Experiment”. In Wien können US-Staatsbürger am Dienstag auch “analog” abstimmen.

Ginge es nach der IT-Industrie, so würde jedenfalls ein demokratischer Kandidat neuer US-Präsident. Das Spendenaufkommen von IT-Unternehmen bis Ende Dezember – das Center for Responsive Politics veröffentlicht sie auf Quartalsbasis – zeigt mit 940.000 Dollar Obama knapp vor Clinton [883.000].

Der Republikaner Mitt Romney konnte etwas über eine halbe Million sammeln, sein Parteikollege John McCain 250.000.
Die Medienindustrie Hollywood bietet ein ganz ähnliches Bild, denn in der Gunst der US-Medienindustrie liegen bei den ausgewiesenen Spenden Obama [2,2 Mio.] und Clinton [2,1 Mio.]ebenso knapp hintereinander wie haushoch vor den anderen Kandidaten.

Was das gesamte Aufkommen an Spenden betrifft, so rangieren Clinton und Obama ebenfalls deutlich vor der republikanischen Konkurrenz.

Allerdings umgekehrt, den da führt Clinton mit 116 gegen 102 Millionen Dollar vor Obama. Dritter ist Romney [89 Mio.], der trotzdem am meisten ausgegeben hat, weil er zusätzlich mit 35 Millionen Dollar in der Kreide steht. Hier nützt natürlich das stattliche Privatvermöglichen, das Romney sein Eigen nennt.

Automatische Medienbeobachtung
IDIOM, ein österreichisches Projekt zur Erstellung von Wissenslandkarten, das nun an der Modul Universität Wien angesiedelt ist, hat sich nun auch mit den US-Wahlen befasst und ein Informationsportal erstellt, das verschiedene grafische Ansichten auf die aktuellen Tendenzen in der Berichterstattung von Massenmedien und Weblogs bietet.

Das System wertet, nach Angaben der Forschungsgruppe unter der Leitung von Arno Scharl, wöchentlich über 800.000 Dokumente aus. IDIOM: Election 2008

Gefährliches Experiment
Für den “SuperTuesday” haben die Kandidaten der Demokratischen Partei das Internet gewissermaßen zum 52. Bundesstaat erklärt. Über ein relativ simpel gestricktes Online-Formular konnte man bis 31. Jänner aus aller Welt mitabstimmen.
Stanford-Technikprofessor David Dill, Gründer von VoteTrustUSA, einer gemeinnützigen Organisation, die seit Jahren Sicherheitslücken beim E-Voting in den USA aufdeckt, befindet das als “gefährliches Experiment”.

Unfreundliche Regierungen
Bisher hätten Wähler nur befürchten müssen, dass Mitarbeiter der Wahlkommission die Maschinen über Nacht zu Hause aufbewahrten oder dass die Wahlcomputer lokal gehackt würden, schrieb Dill am Wochenende.

Mit Internet-Voting sei es nun möglich, dass sich von osteuropäischen Teenagern über das organisierte Verbrechen bis zu “unfreundlichen Regierungen” alle möglichen Mitspieler in das Wahlgeschehen einmischten.

Australien, Verteidigungsministerium Zudem sei das von der Demokratischen Partei benutzte System der australischen Firma Everyone Counts nicht von unabhängigen Experten überprüft worden. An diesem Unternehmen sei ein Hedgefonds aus den USA beteiligt, dessen Identität nicht ausgewiesen sei.

Damit könne man auch nicht überprüfen, ob dieser US-Finanzinvestor auch unter den offiziellen Spendern sei.

Zuletzt hatte es das australische Unternehmen im Auftrag des Verteidigungsministeriums im Ausland stationierten Angehörigen der Armee ermöglicht, bei der vergangenen Präsidentschaftswahl 2007 elektronisch abzustimmen

Nicht gut und noch schlechter
“Inzwischen sind die meisten schon draufgekommen, dass papierlose, elektronische Wahlen keine gute Idee sind. Aber es gibt noch eine schlechtere: Wahlen über das Internet”, schreibt Dill.
Der Artikel von David Dill
Das Internet-Wahlformular

Die Spendenliste von Opensecrets.org

In Wien
In 33 Ländern anderswo auf der Welt, zum Beispiel auch in Wien, können US-Staatsbürger, die bei den Vorwahlen der demokratischen Partei zum “Super Tuesday” ihre Stimme nach Schluss des elektronischen Prozedere in der Vorwahl der Demokratischen Partei abgeben möchten, das persönlich tun.

Das Wahllokal befindet sich im Pickwicks’s, Marc Aurel-Straße 10-12, 1010 Wien. Ziemlich “liberal” sind auch die Öffnungszeiten des Wahllokals, nämlich jeweils von 12.00 bis 22.00 Uhr am 5. und 12. Februar.

Pickwick’s
Das australische Unternehmen Everyone Counts

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Feb
04
2008
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derstandard.at: Web Tool analysiert Online-Berichterstattung

Web-Tool analysiert Online-Berichterstattung
Neben Häufigkeit wird auch emotionale Wertigkeit berücksichtigt.

Link zum Artikel: www.derstandard.at

Ein Forschungsprojekt österreichischer Universitäten hat ein Analysetool entwickelt, mit dem bestimmte Inhalte aus Online Texten extrahiert und analysiert werden können. Zum Einsatz kommt das präsentierte System neben anderen Anwendungen derzeit vor allem als Analyse-Monitor der US-Wahlkampfsituation. Der “US Election 2008 Web Monitor” verfolgt dabei die aktuelle Berichterstattung zum Thema in mehr als 2.200 Online-Medien und ermöglicht durch ein spezielles Auswertungsverfahren die reflektierte Betrachtung des bisherigen Wahlverlaufs. Neben der Anzahl der Nennungen eines bestimmten Namens analysiert das System dabei auch, ob positiv oder negativ über die Kandidaten berichtet wird.

Wissen

“In unserem Forschungsprojekt geht es darum, aus Online-Texten Wissen zu extrahieren”, erläutert Arno Scharl vom
Institut für Neue Medientechnologie der MODUL University Vienna
gegenüber pressetext. Der US-Wahlkampf werde deshalb analysiert, da er durch eine traditionell umfangreiche Berichterstattung viel Untersuchungsmaterial biete. “Dass Online-Medien generell immer wichtiger werden, ist mittlerweile klar”, stellt Scharl fest. Insofern sei es auch eine logische Konsequenz, dass Analysen der Berichterstattung im Internet zunehmend relevanter werden. “Auch dem Trend der vermehrten Blog-Nutzung tragen wir mit unserem Analysesystem Rechnung, indem wir zusätzlich zur normalen Berichterstattung in Online-Medien auch solche Texten miteinbeziehen”, so Scharl.

Monitoring

Der “US Election 2008 Web Monitor” dient dabei hauptsächlich als Spiegel der Online-Berichterstattung. “Basierend auf einer Analyse von über 2.200 Webseiten misst das System zunächst die Anzahl der Nennungen eines bestimmten Namens”, erklärt Scharl. Gleichzeitig wird aber auch untersucht, wie jemand dargestellt wird. “Mit dem Web-Monitor wollen wir die Wirklichkeit so nahe wie möglich treffen”, betont der Medienforscher. Das erfolgreiche Arbeiten des Systems spiegele sich zur Zeit vor allem in einem Trend wieder: “Nach dem Erfolg von Barack Obama in South Carolina steht dieser erstmalig im Zentrum des Medieninteresses”, fasst Scharl die aktuelle US-Wahlkampfsituation zusammen. In diesem Punkt habe die Analyse des Web-Monitors eine starke Korrelation zu den realen Ereignissen erreicht.

Analyse

Neben der systematischen Analyse von Web-Texten eröffnet das vorgestellte System aber auch die Möglichkeit zu detaillierten Recherchen, etwa um die inhaltliche Positionierung der verschiedenen Kandidaten zu vergleichen. Zudem bietet es interessante Einblicke in die häufig kontroverse Darstellung der Ereignisse in den unterschiedlichen Medientypen. Besonders lohnenswert ist hier der Vergleich zwischen den Meldungen der Tageszeitungen und der Berichterstattung in Weblogs, welche meist spontaner und emotionaler argumentieren.

Zusammensetzung

Hinter dem Web-Monitor-Projekt steht ein dreizehnköpfiges Forscherteam verschiedener österreichischer Universitäten, das bereits auf langjährige gemeinsame Projekterfahrung zurückblickt. “Der ‘US Election 2008 Web Monitor’ ist eine von insgesamt drei Anwendungen, die wir derzeit im Rahmen des FIT-IT Semantic Systems Projekt IDIOM durchführen”, so Scharl
abschließend.

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Feb
04
2008
0
Jan
09
2008
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Standard Printausgabe: Die US-Wahl, durchs Web gesehen

Die US-Wahl, durchs Web gesehen

Welcher der Kandidaten für die US-Präsidentschaftswahl die Nase vorn hat, wird auch im Internet entschieden

Der von einem österreichischen Forscherteam entwickelte “US Election 2008 Web Monitor” analysiert mittels semantischer Technologien die Trends in der Online-Community.

Stehen Wahlen an, sind es für gewöhnlich nicht nur die Kandidaten, die um das beste Ergebnis rittern – schon Wochen und Monate vor dem entscheidenden Termin übertreffen sich Analysten, Politologen, Meinungsforscher und sonstige Stimmungspropheten gegenseitig darin, das Abstimmungsverhalten möglichst genau in Statistiken, Charts und Barometern vorauszusagen. Dass dabei kein Weg an der virtuellen Welt vorbeiführt, kann man nicht nur an den perYouTube geführten Debatten des laufenden Wahlkampfs in den USA und den Kampagnen im Second Life ablesen.

Mitte Dezember des vergangenen Jahres, also elf Monate vor den US-Präsidentschaftswahlen, hat ein österreichisches Forscherteam ein vollautomatisiertes System zur Trendanalyse präsentiert, das sich allein auf die Web-Community und Online-Ressourcen stützt. “Es gibt viele Methoden, um den Erfolg von Wahlkampfprogrammen zu messen”, sagt Arno Scharl, Leiter des Instituts für Neue Medientechnologie an der privaten Modul University Vienna, die seit Oktober 2007 am Wiener Kahlenberg residiert. “Die meisten Methoden konzentrieren sich auf Meinungsumfragen. Diese geben zwar ein repräsentatives Stimmungsbild aus Konsumentensicht, lassen aber das Informationsangebot, insbesondere im Internet, unberücksichtigt”, erläutert Scharl die Motivation hinter dem Projekt. Zusammen mit Experten der Wirtschaftsuniversität Wien und der Technischen Universität Graz haben Scharl und seine Kollegen von der Modul-Universität einWeb-Portal entwickelt, auf dem mit wenigen Klicks ersichtlich ist, wie die Online-Berichterstattung die Auftritte von Hillary Clinton, Barack Obama, Mike Huckabee, Mitt Romney und Co beurteilt – und zwar aus der Sicht von Online-Medien, NGOs, Bloggern und führenden US-Unternehmen.

Auf einem zweiten Portal, der Mediawatch, kann auf die analysierten Publikationen zugegriffen werden: Mittels visueller Darstellungen von geografischen Karten, ontologischen Begriffsnetzwerken und Wissenslandschaften, welche die Themen in Topografien einbetten, werden die verschiedenen Quellen in einen Kontext gesetzt. Darüber hinaus können die User selbst ihre Stimme abgeben.

“Web Mining”

“Es geht uns um die Wechselwirkung und Unterschiede in der Berichterstattung von Medien im Vergleich zu Umweltorganisation, kommerziellen Interessensgruppen und den Usern selbst. Schließlich ist es ein Merkmal des Web 2.0, dass sich Informationsangebot und -nachfrage vermischen”, erklärt der Informationswisschafter Arno Scharl, der bereits seit 1999 im Bereich “Web Mining” durch semantische Technologien forscht.

Die technologische Weiterentwicklung des Semantic Web – die logische Verknüpfung und Verarbeitung von verschiedenen im Internet verfügbaren Daten – ist auch die Basis des “US Election 2008 Web Monitor”: Seit Oktober durchforstet ein Webcrawler einmal pro Woche 800.000 Web-Dokumente von 150 englischsprachigen Medien, 50 Umweltorganisationen, den 1000 umsatzstärksten US-Unternehmen sowie von 1000 populären politischen Blogs.
Anhand einer automatischen semantischen Analyse werden Charts erstellt, welche sowohl die Präsenz der einzelnen Kandidaten in der Berichterstattung zeigen (“Attention”) als auch, ob sie in Zusammenhang mit definierten positiven oder negativen Begriffen erwähnt werden (“Sentiment”) und mit welchen Themen sie in Verbindung gebracht werden (“Keywords”).

Wobei Fehlinterpretationen und wenig aussagekräftige Nennungen nicht auszuschließen sind, wie auch Scharl einräumt: “Sarkasmus kann das System (noch) nicht erkennen.” Aufgrund der Menge der Information komme es aber auf einzelne falsche Ergebnisse nicht an.

Schon das Pilotprojekt zur US-Präsidentschaftswahl im Jahr 2004 habe gezeigt, dass die semantische Webanalyse ein sehr realistisches Bild abgebe.

“Es geht vor allem darum, den Informationsraum im Internet greifbarer zu machen und neuartige semantische Methoden zu finden, um die Informationen auf intuitive Weise zu veranschaulichen”, fasst Scharl das Ziel des Projekts zusammen, das im Rahmen der Programmlinie FIT-IT Semantic Systems des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie gefördert wird und in Zusammenarbeit mit Industriepartnern realisiert wurde.

Denn die Basistechnologie, mit der derzeit Wahltrends und -analysen aufbereitet werden, soll noch weitere Anwendungsgebiete erschließen: Gemeinsam mit Nasa World Wind, der Open-Source-Variante vonGoogle Earth, will das Team von Scharl dreidimensionale Wissensgloben erstellen, die der Informationsverbreitung in den neuen interaktiven Online-Medien Rechnung tragen. Bis dahin wird erst einmal gewählt. (Karin Krichmayr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9.1.2008).

Links

ECOresearch

FIT-IT

Link zum Artikel: www.derstandard.at

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