Feb
27
2008
0

oe1.ORF.at Netzkultur: US Election Monitor

Ritchie Pettauer über automatische PR-Analysen

Ein unmittelbares Spiegelbild der Erfolge von PR-Maßnahmen ist
die Medienberichterstattung: keine größere Firma, keine
Partei verzichtet freiwillig auf die laufende Auswertung der aktuellen
Berichterstattung. Rein quantitative Methoden greifen dabei zu kurz:
zwar mag in manchen Bereichen durchaus die umstrittene Maxime “Jede
Werbung ist gute Werbung” gelten, die Politikberichterstattung
allerdings hat in diesem Punkt ihre eigenen Gesetze.

Heerscharen von Imageberatern zimmern den passenden Kontext und
feilen an der Außenwahrnehmung der von ihnen betreuten
potenziellen Präsidenten.

Während Papierdokumente vergleichsweise mühsam zu erfassen
sind, lassen sich Trends im Netz quantitativ viel leichter fassen. Der
wohl bekannteste Service in diese Richtung, Google Trends, nutzt die
Suchanfragen der Benutzer, um die Liste der heißesten Begriffe zu
erstellen.

Andere Analyse-Instrumente gehen mangels derartiger Primärdaten
den umgekehrten Weg und setzen ähnliche Crawler ein wie
Suchmaschinenbetreiber. Diese analysieren eine bestimmte Anzahl von
Contentquellen – egal ob New York Times oder Blogs – und liefern
statistische Informationen über die Verbreitung der einzelnen
Keywords.

Wählt man die Grundgesamtheit dementsprechend aus – beispielsweise
deutschsprachige Fanseiten von Multiplayer-Computerspielen – lassen
sich Trends schon rein aus der quantitativen Analyse recht gut ablesen.

Ein Team der Modul University Vienna hat nun ein Analyse-Instrument ins
Netz gestellt, das sich auf die Berichterstattung über die
amerikanischen Wahlen konzentriert. Der “Election Monitor” wertet
zahlreiche Seiten aus, wie die zugehörige Webseite erklärt:
Der US Election 2008 Web Monitor bietet wöchentliche
Schnappschüsse der globalen Web-Berichterstattung. Contentquellen
sind internationale Medien aus den USA, Kanada, Großbritannien,
Australien und Neuseeland, Umweltschutzorganisationen, die “Fortune
1000″ (die größten US-Firmen nach Umsatz) sowie 1.000
populäre Politik-Blogs. In Summe analysiert das System somit pro
Woche mehr als 800.000 Dokumente.

Das Script beschränkt sich dabei aber nicht auf bloßes
Abzählen – anhand eines entsprechend aufbereiteten
Wörterbuchs wird der Kontext einer Namensnennung eruiert – also ob
der Kandidat in positivem Zusammenhang erwähnt oder kritisiert
wurde. Beide Auswertungen, die quantitative und die “Sentiment”
getaufte Kontext-Analyse, werden in wöchentlichem Rhythmus
aktualisiert und auf der Homepage zur Verfügung gestellt.

Mittels einer intuitiv bedienbaren Applikation hat jeder Interessierte
die Möglichkeit, die aktuelle Entwicklung und die Media-Coverage
der einzelnen Kandidaten und der Kandidatin online genau zu verfolgen:
Zeitraum-, Kandidaten-, Medientyp- und Länderfilter
ermöglichen dem Hobby-Wahlforscher die Erstellung eigener
Diagramme. Wer’s genauer mag, wirft einen Blick auf das zugehörige
Mediawatch-Portal, das alle indizierten Artikel mit geographischen
Referenzdaten und einer Landkarte der Verlinkungen präsentiert.

Der US Election Monitor ist ein gelungenes Werkzeug, das zeigt, welches
Potential in der semantischen Auswertung riesiger Inhaltsmengen liegt.
Semantische Technologien in Verbindung mit quantitativen
Rechercheverfahren treten an die Stelle der fehlgehypten
“künstlichen Intelligenz” – und werden sich in naher Zukunft mit
Sicherheit nicht auf die Auswertung von Wahlkämpfen
beschränken.

Ritchie Pettauer ist selbstständiger Medienberater und Autor in Wien.

Links
Modul University Vienna
US Election Monitor
Google Trends
Youtube-Video zum Election Monitor
Ecoresearch Mediawatch

Link zum Artikel: oe1.orf.at

Written by DerStern in: Medienecho |
Feb
27
2008
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FIT-IT Award Ceremony | 3rd Prize for RAVEN

Wie hier bereits am 11. Februar angekündigt, fand am 26. Februar die alljährliche Prämierung der besten FIT-IT Projekteinreichungen 2007 im Karl Zeiss Planetarium statt, und auch hier konnten wir mit unserem Projekt RAVEN den dritten Platz in der Kategorie Semantic ‘Systems and Services’ belegen.

Anbei unserer offizielle Meldung in Englisch:

On February 26th, the best 2007 FIT-IT Research Proposals
were presented during a festive event at the Zeiss Planetarium of the City of
Vienna. The outstanding projects of last year’s call belong to one of five
programlines: Embedded Systems, Semantic Systems and Services,
Systems on Chip, Visual Computing and Trust in IT Systems. The awards were
presented by Christa Kranzl, State Secretary at the Federal Ministry for
Transport, Innovation and Technology (BMVIT).

In the ‘Semantic Systems and Services’ category, the
RAVEN Project (Relation Analysis and Visualization for Evolving Networks) has
been awarded the 3rd prize. RAVEN is a joint effort between MODUL University
Vienna’s Department of New Media Technology, the Vienna University of Economics
and Business Administration, the Know-Center Graz as well as the industry
partners Gentics Software and SmApper Technologies.

 

Link zum Artikel: www.modul.ac.at

Written by DerStern in: Beruflich |
Feb
13
2008
0

ScribeFire 1.4.2: Blogeditor in Firefox integriert

Auf der Suche nach einem fähigen Blog Editor bin ich auf Scribefire gestossen, einem Addon für Firefox, das neben der damit einher gehenden Plattformunabhängigkeit auch noch mit weiteren Featues punkten kann:

ScribeFire (previously Performancing for Firefox) is a full-featured blog editor that integrates with your browser and lets you easily post to your blog. You can drag and drop formatted text from pages you are browsing, take notes, and post to your blog.

Genauso schreibe ich diesen Blogpost gerade, ich ziehe einfach den Text von obiger Seite herunter und kann ihn direkt weiter bearbeiten.

Wer für Windows einen guten Blog Editor sucht, ist mit Blogdesk bestens beraten.

Written by DerStern in: Software Tipps |
Feb
11
2008
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Event :: Stars der IT Forschung

Prämierung der besten FIT-IT-Projekteinreichungen des Jahres 2007

Gewinner der FIT-IT Projekteinreichungen 2007 zeichnen sich dadurch aus, dass Sie aus der Gesamtheit der eingereichten Projekte hervortreten. Durch herausragende Leistungen im IT-Bereich bringen sie die Technologieführerschaft Österreichs in vielversprechenden Nischen einen bedeutenden Schritt weiter.

Auch mit unserem neuen Projekt RAVEN (Relation Analysis and Visualization for Evolving Networks) aus der Ausschreibung der Programmlinie Semantic Systems and Services sind wir wieder für die beste FIT-IT Projekteinreichung 2007 in userem Bereich nominiert. Die Prämierung findet am 26. Februar im Zeiss Planetarium der Stadt Wien statt.

Written by DerStern in: Beruflich |
Feb
07
2008
0

TU Graz News & Stories: US-Wahlen 2008

07.02.2008 – Technik & Gesellschaft

Link zum Artikel: portal.tugraz.at

US-Wahlen 2008: Web-Analyse erlaubt Rückschlüsse auf die Favoriten beim „Super Tuesday“

Wissenschafterinnen und Wissenschafter der TU Graz, MODUL University Vienna und WU Wien haben mit dem US Election 2008 Web Monitor ein Online Tool erstellt, das Prognosen zu aktuellen Trends in den US-Wahlen 2008 erlaubt. Einen Monat nach Beginn der US-Vorwahlen lag das Hauptaugenmerk auf dem „Super Tuesday“ am 5.
Februar. Der Web Monitor verfolgte die aktuelle Berichterstattung in mehr als 2.200 Online-Medien und kam zu folgenden Ergebnissen: Barack Obama überholt Hillary Clinton und steht nach der Vorwahl in South Carolina und der Unterstützungserklärung durch Senator Ted Kennedy erstmalig im Zentrum des Medieninteresses. Auch Senator McCain lässt seinen stärksten Mitkonkurrenten Mitt Romney hinter sich. Der möglicherweise vorentscheidende Wahltag in 24 US-Bundesstaaten dürfte sich – so die Analyse im Vorfeld – unter diesen vier Spitzenkandidaten entscheiden.

Tatsächlichhat der “Super Tuesday” weder der früheren First Lady noch dem Senator aus Illinois einen klaren Sieg beschert. Für den Republikaner John McCain hat der Wahltag die Vorentscheidung über die Spitzenkandidatur für das Weiße Haus gebracht.

Projektleiter Arno Scharl vom vom Institut für Neue Medientechnologie der MODUL University Vienna erläutert, wie sich aktuelle Trends im US Election 2008 Web Monitor abzeichnen: „Das System reflektiert den Verlauf der bisherigen Vorwahlen: Der überraschende Sieg von Barack Obama in Iowa, temporäre Erfolge von Mike Huckabee, das fulminante Comeback von Hillary Clinton in New Hampshire sowie das schwindende Medieninteresse an ausgeschiedenen Kandidaten lassen sich präzise verfolgen. Besonders interessant sind die jüngsten Ergebnisse. Nach dem Erfolg von Barack Obama in South Carolina und der Unterstützungserklärung von Ted Kennedy steht dieser erstmalig im Zentrum des Medieninteresses“.

Neben der Anzahl der Nennungen analysiert das System auch, ob positiv oder negativ über die Kandidaten berichtet wird. Es bietet den Benutzern die Möglichkeit zu detaillierten Recherchen, etwa um die inhaltlichen Positionierungen der Kandidaten zu vergleichen.

Überdies lohnt sich ein genauerer Blick auf die häufig kontroverse Darstellung in den unterschiedlichen Medientypen; beispielsweise der Vergleich zwischen den Meldungen von Tageszeitungen und der Berichterstattung in Weblogs, welche meist spontaner und
emotionaler argumentieren.

Das dreizehnköpfige Forscher-Team kann auf langjährige gemeinsame Projekterfahrung im Rahmen des übergeordneten Web-Wissensmanagement-Projektes IDIOM (Information Diffusion Across Interactive Online Media) zurückblicken. Im Rahmen von IDIOM arbeiten Wissenschafterinnen und Wissenschaftern der MODUL
University Vienna, der Wirtschaftsuniversität Wien und der Technischen Universität Graz mit den Industriepartnern Gentics, Prisma Solutions und der Österreich-Werbung zusammen.

Web Site: http://www.ecoresearch.net/election2008
Media Watch: http://www.ecoresearch.net/election2008/mediawatch
Bild-/Videomaterial: http://www.ecoresearch.net/election2008/download

Kontakt:

Dipl.-Ing. Hermann Stern
TU Graz, Institut für Wissensmanagement
E-Mail: hermann.stern@TUGraz.at
Tel: +43 (316) 873 9293

Prof. DDr. Arno Scharl
MODUL University Vienna, Institut für Neue Medientechnologie
E-Mail: scharl@modul.ac.at
Tel: +43 (1) 3203555 412

Written by DerStern in: Medienecho |
Feb
05
2008
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Election Monitor 2008

In den letzten Monaten habe ich mich vor Allem mit dem Election Monitor 2008 beschäftigt, einem Portal, in dem wir das Medieninteresse der Kandidaten der Präsidentschaftswahl 2008 mit verfolgen.

Seit November 2007 sind wir online, und die bisherigen Ergebnisse decken sich erstaunlich genau mit den bisherigen Vorwahlen, zum Beispiel denen am Super Tuesday (am 5. Februar).

About text auf der Portalseite:

The ECOresearch network brings together scientists of different
disciplines to explore the design and evaluation of new media
applications that advocate sustainability and the protection of natural
ecosystems. This page complements the technology section by introducing the participating researchers and outlining the system’s technical specifications. Please use the message board
to suggest special reports, additional features, or Web sites to
include in the media and non-profit samples. You can also contact us by
e-mailing info@ecoresearch.net. We look forward to your feeback!

Link zum Portal: http://www.ecoresearch.net/election2008/

Written by DerStern in: Beruflich |
Feb
04
2008
0

futurezone.orf.at: US Wahl 2008

Link zum Artikel: www.orf.at

Internet: Obama knapp vor Clinton
Barack Obama und Hillary Clinton liefern einander ein Kopf-an-Kopf-Rennen – auch um die Spendengelder der IT-Industrie und die Stimmen ihrer Anhänger im Internet. Stanford-Professor David Dill hält die weltweite Internet-Abstimmung der Demokraten am “Super Tuesday” für ein “gefährliches Experiment”. In Wien können US-Staatsbürger am Dienstag auch “analog” abstimmen.

Ginge es nach der IT-Industrie, so würde jedenfalls ein demokratischer Kandidat neuer US-Präsident. Das Spendenaufkommen von IT-Unternehmen bis Ende Dezember – das Center for Responsive Politics veröffentlicht sie auf Quartalsbasis – zeigt mit 940.000 Dollar Obama knapp vor Clinton [883.000].

Der Republikaner Mitt Romney konnte etwas über eine halbe Million sammeln, sein Parteikollege John McCain 250.000.
Die Medienindustrie Hollywood bietet ein ganz ähnliches Bild, denn in der Gunst der US-Medienindustrie liegen bei den ausgewiesenen Spenden Obama [2,2 Mio.] und Clinton [2,1 Mio.]ebenso knapp hintereinander wie haushoch vor den anderen Kandidaten.

Was das gesamte Aufkommen an Spenden betrifft, so rangieren Clinton und Obama ebenfalls deutlich vor der republikanischen Konkurrenz.

Allerdings umgekehrt, den da führt Clinton mit 116 gegen 102 Millionen Dollar vor Obama. Dritter ist Romney [89 Mio.], der trotzdem am meisten ausgegeben hat, weil er zusätzlich mit 35 Millionen Dollar in der Kreide steht. Hier nützt natürlich das stattliche Privatvermöglichen, das Romney sein Eigen nennt.

Automatische Medienbeobachtung
IDIOM, ein österreichisches Projekt zur Erstellung von Wissenslandkarten, das nun an der Modul Universität Wien angesiedelt ist, hat sich nun auch mit den US-Wahlen befasst und ein Informationsportal erstellt, das verschiedene grafische Ansichten auf die aktuellen Tendenzen in der Berichterstattung von Massenmedien und Weblogs bietet.

Das System wertet, nach Angaben der Forschungsgruppe unter der Leitung von Arno Scharl, wöchentlich über 800.000 Dokumente aus. IDIOM: Election 2008

Gefährliches Experiment
Für den “SuperTuesday” haben die Kandidaten der Demokratischen Partei das Internet gewissermaßen zum 52. Bundesstaat erklärt. Über ein relativ simpel gestricktes Online-Formular konnte man bis 31. Jänner aus aller Welt mitabstimmen.
Stanford-Technikprofessor David Dill, Gründer von VoteTrustUSA, einer gemeinnützigen Organisation, die seit Jahren Sicherheitslücken beim E-Voting in den USA aufdeckt, befindet das als “gefährliches Experiment”.

Unfreundliche Regierungen
Bisher hätten Wähler nur befürchten müssen, dass Mitarbeiter der Wahlkommission die Maschinen über Nacht zu Hause aufbewahrten oder dass die Wahlcomputer lokal gehackt würden, schrieb Dill am Wochenende.

Mit Internet-Voting sei es nun möglich, dass sich von osteuropäischen Teenagern über das organisierte Verbrechen bis zu “unfreundlichen Regierungen” alle möglichen Mitspieler in das Wahlgeschehen einmischten.

Australien, Verteidigungsministerium Zudem sei das von der Demokratischen Partei benutzte System der australischen Firma Everyone Counts nicht von unabhängigen Experten überprüft worden. An diesem Unternehmen sei ein Hedgefonds aus den USA beteiligt, dessen Identität nicht ausgewiesen sei.

Damit könne man auch nicht überprüfen, ob dieser US-Finanzinvestor auch unter den offiziellen Spendern sei.

Zuletzt hatte es das australische Unternehmen im Auftrag des Verteidigungsministeriums im Ausland stationierten Angehörigen der Armee ermöglicht, bei der vergangenen Präsidentschaftswahl 2007 elektronisch abzustimmen

Nicht gut und noch schlechter
“Inzwischen sind die meisten schon draufgekommen, dass papierlose, elektronische Wahlen keine gute Idee sind. Aber es gibt noch eine schlechtere: Wahlen über das Internet”, schreibt Dill.
Der Artikel von David Dill
Das Internet-Wahlformular

Die Spendenliste von Opensecrets.org

In Wien
In 33 Ländern anderswo auf der Welt, zum Beispiel auch in Wien, können US-Staatsbürger, die bei den Vorwahlen der demokratischen Partei zum “Super Tuesday” ihre Stimme nach Schluss des elektronischen Prozedere in der Vorwahl der Demokratischen Partei abgeben möchten, das persönlich tun.

Das Wahllokal befindet sich im Pickwicks’s, Marc Aurel-Straße 10-12, 1010 Wien. Ziemlich “liberal” sind auch die Öffnungszeiten des Wahllokals, nämlich jeweils von 12.00 bis 22.00 Uhr am 5. und 12. Februar.

Pickwick’s
Das australische Unternehmen Everyone Counts

Written by DerStern in: Medienecho |
Feb
04
2008
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derstandard.at: Web Tool analysiert Online-Berichterstattung

Web-Tool analysiert Online-Berichterstattung
Neben Häufigkeit wird auch emotionale Wertigkeit berücksichtigt.

Link zum Artikel: www.derstandard.at

Ein Forschungsprojekt österreichischer Universitäten hat ein Analysetool entwickelt, mit dem bestimmte Inhalte aus Online Texten extrahiert und analysiert werden können. Zum Einsatz kommt das präsentierte System neben anderen Anwendungen derzeit vor allem als Analyse-Monitor der US-Wahlkampfsituation. Der “US Election 2008 Web Monitor” verfolgt dabei die aktuelle Berichterstattung zum Thema in mehr als 2.200 Online-Medien und ermöglicht durch ein spezielles Auswertungsverfahren die reflektierte Betrachtung des bisherigen Wahlverlaufs. Neben der Anzahl der Nennungen eines bestimmten Namens analysiert das System dabei auch, ob positiv oder negativ über die Kandidaten berichtet wird.

Wissen

“In unserem Forschungsprojekt geht es darum, aus Online-Texten Wissen zu extrahieren”, erläutert Arno Scharl vom
Institut für Neue Medientechnologie der MODUL University Vienna
gegenüber pressetext. Der US-Wahlkampf werde deshalb analysiert, da er durch eine traditionell umfangreiche Berichterstattung viel Untersuchungsmaterial biete. “Dass Online-Medien generell immer wichtiger werden, ist mittlerweile klar”, stellt Scharl fest. Insofern sei es auch eine logische Konsequenz, dass Analysen der Berichterstattung im Internet zunehmend relevanter werden. “Auch dem Trend der vermehrten Blog-Nutzung tragen wir mit unserem Analysesystem Rechnung, indem wir zusätzlich zur normalen Berichterstattung in Online-Medien auch solche Texten miteinbeziehen”, so Scharl.

Monitoring

Der “US Election 2008 Web Monitor” dient dabei hauptsächlich als Spiegel der Online-Berichterstattung. “Basierend auf einer Analyse von über 2.200 Webseiten misst das System zunächst die Anzahl der Nennungen eines bestimmten Namens”, erklärt Scharl. Gleichzeitig wird aber auch untersucht, wie jemand dargestellt wird. “Mit dem Web-Monitor wollen wir die Wirklichkeit so nahe wie möglich treffen”, betont der Medienforscher. Das erfolgreiche Arbeiten des Systems spiegele sich zur Zeit vor allem in einem Trend wieder: “Nach dem Erfolg von Barack Obama in South Carolina steht dieser erstmalig im Zentrum des Medieninteresses”, fasst Scharl die aktuelle US-Wahlkampfsituation zusammen. In diesem Punkt habe die Analyse des Web-Monitors eine starke Korrelation zu den realen Ereignissen erreicht.

Analyse

Neben der systematischen Analyse von Web-Texten eröffnet das vorgestellte System aber auch die Möglichkeit zu detaillierten Recherchen, etwa um die inhaltliche Positionierung der verschiedenen Kandidaten zu vergleichen. Zudem bietet es interessante Einblicke in die häufig kontroverse Darstellung der Ereignisse in den unterschiedlichen Medientypen. Besonders lohnenswert ist hier der Vergleich zwischen den Meldungen der Tageszeitungen und der Berichterstattung in Weblogs, welche meist spontaner und emotionaler argumentieren.

Zusammensetzung

Hinter dem Web-Monitor-Projekt steht ein dreizehnköpfiges Forscherteam verschiedener österreichischer Universitäten, das bereits auf langjährige gemeinsame Projekterfahrung zurückblickt. “Der ‘US Election 2008 Web Monitor’ ist eine von insgesamt drei Anwendungen, die wir derzeit im Rahmen des FIT-IT Semantic Systems Projekt IDIOM durchführen”, so Scharl
abschließend.

Written by DerStern in: Medienecho |
Feb
04
2008
0

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